Im Zeitalter von Smartphones mit eingebauter Digitalkamera sollte man denken, dass weniger mit Spiegelreflexkameras fotografiert wird? Fehlanzeige. Zwar gingen durch die Smartphone-Kameras die Verkäufe von digitalen Kompaktkameras zurück. Aber der Absatz von digitalen Spiegelreflexkameras konnte 2012 in Deutschland gesteigert werden!
Sicherlich sind dafür auch einige Neuheiten bei den namhaften Kamera-Herstellern verantwortlich. Offenbar gibt es immer noch genügend Leute, die sich nicht mit der Qualität eines Smartphones oder einer Kompaktkamera begnügnen. Und kompakte aber vielseitig einsetzbare Kameras mit Wechseloptik ohne Spiegel, sind sicherlich auch ein Grund für diese Entwicklung. Hat man sich mal an die Vorteile einer digitalen Spiegelreflexkamera gewöhnt, wird man sie nicht mehr missen wollen.

Wieso zehn Gründe? Im Prinzip könnte ich viel mehr Gründe aufzählen. Aber weniger ist oft mehr. So auch bei den positiven Argumenten für eine Spiegelreflexkamera.
Zehn Gründe für eine digitale Spiegelreflexkamera
- Bessere Bildqualität durch einen grösseren Aufnahmechip. Selbst die günstigeren SLR-Kameras mit kleinerem Aufnahmechip haben einen grösseren wie Smartphones und Kompaktkameras. Das Bildrauschen ist dadurch automatisch geringer. Wenn man sich für eine teurere SLR mit Vollformat-Chip (24×36) entscheidet, hat man eine weitere Qualitätssteigerung. Allerdings wird man nur bei professionellen Anforderungen diesen Nutzen auch benötigen.
- Mehr Einstellmöglichkeiten können viele Fotoaufgaben zur Realität werden lassen. Die meisten Spiegelreflexkameras erlauben auch die manuelle Einstellung von Blende, Verschlusszeit und Entfernung. Dies eröffnet die wichtigsten kreativen Möglichkeiten.
- Schnelligkeit! Ja, eine Spiegelreflexkamera hat keine spürbare Auslöseverzögerung wie eine Kompaktkamera oder ein Smartphone. Schnelle Motive gelingen somit leichter und häufiger. Nicht nur Sport- oder Tiermotive, nein auch das Fotografieren von Kindern ist einfacher. Zudem haben heute die meisten digitalen SLR`s auch einen eingbauten Motor. Eine hervorragende Voraussetzung um den richtigen Fototreffer zu landen.
- Vielseitigkeit. Eine Spiegelreflexkamera kann durch Wechselobjektive, Blitzgeräte und anderes Zubehör für die vielfältigsten Fotoaufgaben ausgerüstet werden.
- Ergonomischer. Zwar sind Spiegelreflexkameras schwerer als die meisten Kompaktkameras und Smartphones, dafür sind Sie der Form einer menschlichen Hand angepasst. Sodass die meisten Spiegelreflexkameras relativ gut in der Hand liegen. Da jeder Mensch unterschiedlich grosse bzw. kleine Hände hat, am besten vor dem Kauf in einem Fotoladen die in Frage kommenden Kameras mal in die Hand nehmen.
- Verlustfreie Bildbearbeitung durch das RAW-Dateiformat. Mit einem RAW-Konverter können RAW-Dateien verlustfrei bearbeitet werden. Danach können diese Bilddateien auch in andere Dateiformate wie TIFF oder JPEG umgewandelt werden. Die meisten SLR-Kameras können auch direkt JPEG-Dateien erstellen. Manche auch beides gleichzeitig. Die JPEG`s werden allerdings bereits in der Kamera vom RAW umgewandelt und sind komprimiert und damit mit reduzierten Bildimformationen.
- Bessere und schnellere Scharfeinstellung. Der Autofocus ist bei den meisten digitalen Spiegelreflexkameras schneller und präziser. Zudem gibt es unterschiedliche Autofocus-Varianten für eine Einzelfocusierung mit und ohne Auslöspriorisierung. Bei vielen Spiegelreflexkameras kann auch das Autofocus-Feld definiert bzw. programmiert werden um schwierige Aufgaben realisieren zu können.
- Stärkere und bessere Blitztechnik. Blitzgeräte sind für Spiegelreflexkameras stärker in ihrer Lichtleistung. Zudem sind sie universeller mit Schwenkreflektor oder sonstigem Zubehör einsetzbar. Können auf der Kamera oder entfesselt per Kabel oder kabellos eingesetzt werden.
- Bessere Bildkontrolle, da der Sucher bis zu 100% des aufgenommenen Bildes zeigt. Allerdings wird bei den Einsteigermodellen oft nur 93-97% des späteren Bildes angezeigt. Bei Kompaktkameras und Smartphones ist dies aber oft noch weniger.
- Bessere optische Qualität. Die trifft zwar nicht immer zu aber dennoch in den meisten Fällen. Die meisten Kompaktkameras haben ein Zoomobjektiv integriert und dieses ist meist mit geringer Lichtstärke ausgestattet. Der gestalterische Spielraum ist hier gering und durch das Zoom werden optisch oft Kompromisse zu Lasten der optischen Qualität gemacht. Bei Spiegelreflexkameras kann man die optische Qualität durch Festbrennweiten oder hochwertige Zoom-Objektive wesentlich steigern.

Seit über dreissig Jahren fotografiere ich mit Spiegelreflexkameras. Seit dem konnte mich kein anderes Kamera-System dauerhaft von einem Wechsel überzeugen.
Eine Leica Sucherkamera habe ich auch. Die ist super. Die Objektive sind weltklasse und in der optischen Qualität unerreicht. Der Ausbau des Systemes würde allerdings ein Vermögen kosten. Und für viele Fotoaufgaben erreicht man schnell die technischen Grenzen des Suchersystemes und der geringen Zubehörauswahl.
Digitale Sucherkameras konnten mich bisher Qualitativ keine überzeugen. Die fehlende Nutzung von RAW-Dateiformat reduziert die Bildqualität bereits sichtbar.
Am interessantesten erscheinen mir derzeit noch die jüngsten Sucherkameras mit Wechselobjektiven. Allerdings sind diese auch nicht günstiger und die Objektivauswahl ist noch zu gering um viele Fotoaufgaben realisieren zu können.
Kann sein, das in der Zukunft andere Systeme die jetzigen Spiegelreflexsysteme im Hobby- und Profibereich ablösen. Derzeit gibt es aber noch keine akzeptable technische Lösung mit solch einer Vielfalt wie ein Spiegelreflex-System.
Ich habe mich damals für einen Kompromiss aus „klein und kompakt“ und „professioneller Anspruch“ entschieden und mir die Canon Powershot G12 gekauft.
Im Großen und Ganzen bin ich mit meiner G12 sehr zufrieden. Ich fotografiere mit ihr im RAW-Format und entwickle fie Aufnahmen mit Lightroom.
Um so länger ich jetzt aber fotografiere, um so öfter stoße ich an die Grenzen der Kompaktkamera.
Es fehlt eben an der Vielfalt der Objektive. Das Objektiv der G12 kann zwar alles, aber alles nur ein bisschen.
Deshalb wird 2014 das Jahr in dem ich mir doch wieder eine Spiegelreflex-Ausrüstung zulegen werde.
Klasse Artikel. Ich nutze seit Jahren eine EOS 750D und habe seit dem, den optischen Sucher lieben gelernt. Durch den sieht man immer, was man fotografiert, egal wie hell die Sonne scheint. Vorher, mit meiner Hosentaschenkamera, habe ich nur dann etwas gesehen, wenn die Sonne nicht gerade von oben aufs Display geschienen hat. Da sind manche Fotos nichts geworden, weil ich auf dem Display kaum etwas gesehen habe. Auch entstehen mit der EOS aus meiner Sicht die professioneller wirkenden Bilder. Egal wie ich fotografiere, die Fotos sehen selbst direkt aus der Kamera aus, wie vom Profi. Und wenn ich dann erst mit Photoshop Elements drüber gegangen bin, sind die Fotos top. Ich habe die Entscheidung zum Kauf der EOS nie bereut und sie wäre das Letzte, was ich verkaufen würde.
Liebe Grüße aus Frankfurt (Oder), Stefan.
Hallo Stefan,
der Artikel ist von 2013. Vieles davon hat sich inzwischen verändert. Heute haben viele bessere spiegellose Kameras mehr Vorteile als Nachteile als die heutigen DSLR`s. Auch ich fotografiere seit gut 2 Jahren mit einer Systemkamera und genieße die dortigen Vorteile 😉
Der optische Sucher der DSLR ist inzwischen kein Vorteil mehr, sondern hat viel mehr Nachteile als ein elektronischer Sucher einer Systemkamera. Zum einen ist die Qualität enorm gut. Man kann sich das Ergebnis anzeigen lassen, wie es nach der Aufnahme wird. Man braucht bei Langzeitbelichtungen keine unständliche Spiegelvorauslösung ….
Dennoch halte ich die D750 derzeit noch für eine hervorragende Kamera.
LG
Bernd